Baden-Württemberg will Regelstudienzeit an Hochschulen verlängern

Foto: © picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Isabel Infantes

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer möchte die individuelle Regelstudienzeit in Baden-Württemberg erneut pauschal verlängern. Die Studierenden sollen in der Pandemie keinen zusätzlichen vermeidbaren Härten ausgesetzt werden. Wichtig ist die Entscheidung für alle BAföG-Geförderten.

Da Studieren unter Pandemie-Bedingungen den Studierenden nach wie vor viel abverlangt, möchte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die individuelle Regelstudienzeit in Baden-Württemberg nochmal pauschal verlängern. „Es ist mir wichtig, dass die Studierenden in dieser für alle belastenden Pandemie keinen zusätzlichen vermeidbaren Härten ausgesetzt werden. Niemand soll sich wegen der Pandemie auch noch finanzielle Sorgen machen müssen. Dies gilt vor allem auch für die Studierenden, die zum aktuellen Wintersemester ihr Studium aufgenommen haben. Mit der Verlängerung geben wir gerade auch für die anstehende Prüfungsphase Planungssicherheit“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Für alle im laufenden Wintersemester immatrikulierten Studierenden in Baden-Württemberg wird das Wissenschaftsministerium durch Rechtsverordnung die individuelle Regelstudienzeit verlängern. Es ist das vierte Semester in Folge mit dieser Regelung. Wichtig ist die Entscheidung für die BAföG-Geförderten, die durch etwaige Verzögerungen im Studienablauf womöglich den Anspruch auf BAföG verlieren würden.

Länder drängen auf belastbare Zusage des Bundes

Das Ministerium arbeitet bereits an der hierfür notwendigen Verordnung. Parallel dazu werden in der Kultusministerkonferenz die notwendigen Gespräche mit den anderen Ländern und dem Bund geführt. Die Länder drängen auf eine zeitnahe belastbare Zusage des Bundes, dass er – wie auch in den vergangenen drei Semestern – das verlängerte BAföG finanziert.

Die Pandemie hat für die Studierenden einschneidende Auswirkungen, eine längere Studienzeit wird sich deshalb nicht in jedem Fall vermeiden lassen. Dies trifft die Studierenden, die auf BAföG angewiesen sind, besonders hart, wenn sie dadurch die BAföG-relevante Förderungshöchstdauer überschreiten.

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Prof. Dr. Dr. Martin Stieger 
hält eine Professur für Berufsbildung und Wirtschaftspädagogik, lehrt an der Allensbach Hochschule in Konstanz, ist dort auch Rektor, arbeitet für VIS – Vienna International Studies , die Österreichische Plattform für gesundheitsbezogene Berufe (OGB), das IHM Institut für Heath Management sowie als Unternehmensberater und Wirtschaftsmediator in Wels (OÖ) 

Österreich: Qualifikationsbezeichnung „Ingenieur/in“ für landwirtschaftliche/r Meister/in

Am 28. 12. 2021 ordnete die NQR-Koordinierungsstelle (NKS) als weitere Qualifikation aus dem formalen Bildungsbereich der/die landwirtschaftliche/r Meister/in im Verbund dem NQR-Niveau VI zu.

Mit dieser Zuordnung eröffnen sich neue Möglichkeiten für weiterführende Studien aber auch – unter gewissen Voraussetzungen – die Möglichkeit die Qualifikationsbezeichnung „Ingenieur/in“ zu beantragen.

Das Bundesgesetz über die Qualifikationsbezeichnungen „Ingenieurin“ und „Ingenieur“ (Ingenieurgesetz 2017 – IngG 2017) regelt im § 1

Die Qualifikationsbezeichnungen „Ingenieurin“ und „Ingenieur“ dienen dem Nachweis, dass die Inhaberin oder der Inhaber komplexe berufliche Tätigkeiten bzw. Projektleitungen unter Anwendung fortgeschrittener Kenntnisse und Fertigkeiten gemäß den Deskriptoren des Nationalen Qualifikationsrahmens (Anhang 1 des NQR-Gesetzes, BGBl. I Nr. 14/2016) in ihrem bzw. seinem jeweiligen technischen und gewerblichen oder land- und forstwirtschaftlichen Arbeitsbereich durchgeführt hat. Zur Erlangung müssen die Voraussetzungen gemäß § 2 erfüllt und das Fachgespräch gemäß den §§ 5 oder 6 erfolgreich absolviert worden sein.

Die Interessentinnen/Interessenten an der Qualifikation im Bereich Land- und Forstwirtschaft müssen ihren Antrag beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus einbringen und findet das Fachgespräch an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik statt.

Hier die näheren Infos

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Die Allensbach Hochschule – im Jahr 2021 ein „exzellenter Anbieter“

Die Allensbach Hochschule Konstanz darf sich freuen!

fernstudium-direkt.de das Vergleichs- und Bewertungsportal rund um Fernstudien, Online-Studien und berufsbegleitende (Online-)Weiterbildung konnte der Allensbach Hochschule das Siegel „exzellenter Anbieter“ verleihen.

Damit wird die Allensbach Hochschule für durchschnittlich fünf Sterne bei den Bewertungen im Jahr 2021 ausgezeichnet.

Die Allensbach Hochschule ist eine staatlich anerkannte Hochschule des Bundeslandes Baden-Württemberg und bietet verschiedene berufsbegleitende  Bachelor-  und  Masterprogramme im Bereich der Wirtschaftswissenschaften an.

Die Studiengänge der Allensbach Hochschule sind durch die Akkreditierungsagentur  ZEvA akkreditiert und als Fernstudiengänge konzipiert.

Alle Studiengänge sind zusätzlich von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen.

Die Allensbach Hochschule hat sich voll der Digitalisierung verschrieben und setzt bei ihren Programmen auf vollständig online-basierte Vorlesungen, die in geschützten Räumen stattfinden und aufgezeichnet werden.

Das digitale Lernen wird durch didaktisch hochwertig aufbereitete Studienmaterialien unterstützt, welche die Studierenden in ihrem eigenen Lerntempo bearbeiten können.

Bei Fragen steht jederzeit ein/e Tutor/in oder Dozent/in zur Verfügung.

Neben der Lehre spielt die Forschung an der Allensbach Hochschule eine wichtige Rolle.

So richtet die Hochschule beispielsweise jährlich das Bodensee-Forum zu den Themen Krise, Sanierung und Turnaround aus und gibt die wissenschaftliche Fachzeitschrift „Zeitschrift für Interdisziplinäre Ökonomische Forschung“ heraus. Auch im Jahr 2021 wurden wieder interessante Beiträge eingereicht, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse enthalten und einen Beitrag zur aktuellen ökonomischen Forschung leisten.

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Österreich: es braucht dringend die Reform des Pflegegeldsystems

Schon im Juli 2021 hatten die für die Pflege in Österreich maßgebenden Organisationen

einen offenen Brief an die zuständigen Mitglieder der Bundesregierung zur dringend notwendigen Pflegereform gerichtet.

Michael Landau, Präsident der Caritas Österreich, weist dazu auf die dringendsten Herausforderungen in der Pflege hin: „Bis 2030 braucht es zusätzlich mindestens 75.000 Mitarbeiter*innen, die Pandemie hat die ohnehin herausfordernde Situation der pflegenden Angehörigen zusätzlich verschärft und das Pflegegeldsystem entspricht aus mehreren Gründen nicht dem, was es tatsächlich braucht.“

Doch auch das Pflegegeld muss reformiert werden.

Ein von der Caritas beim Pflegerecht- und Pflegegeld-Experten Prof. Dr. Martin Greifeneder (Richter des LG Wels) in Auftrag gegebenes Gutachten ortet Schwächen im geltenden Pflegegeld-Regime:

  • bei der Pflegegeldeinstufung wird zu wenig Rücksicht auf kognitive Defizite – wie beispielsweise Demenz – genommen. Der Erschwerniszuschlag, der für Menschen mit einer schweren kognitiven oder psychischen Erkrankung angerechnet wird, bildet meist nicht den tatsächlichen Mehraufwand ab, der beispielsweise durch eine demenzielle Erkrankung besteht.
  • Es wird bei der Einstufung das Hauptaugenmerk auf jene Fähigkeiten und Ressourcen gelegt, die nicht mehr vorhanden sind. Hingegen spielen Fähigkeiten, die durch eine aktivierende Pflege erhalten, verbessert oder wiederhergestellt werden, keine Rolle.
  • Auch aktivierende, wiederherstellende Pflege-Tätigkeiten sollten beim Pflegegeld berücksichtigt und entsprechend gefördert werden.

Die notwendigen Reformen aus Sicht der Caritas:

  1. Weg von einer pauschalen, defizitorientierten Bedarfseinschätzung, hin zu einer individuellen, multiprofessionellen.
  2. Der Erschwerniszuschlag muss von derzeit 25 Stunden auf 45 pro Monat erhöht werden, um insbesondere demenzielle Erkrankungen besser zu berücksichtigen.
  3. Es braucht eine Verbesserung der Gutachtensqualität inklusive einer guten Einbeziehung der Pflegenden und Angehörigen und einer umfassenden Ausbildung für Gutachter*innen.
  4. Pflegetätigkeiten, die das Ziel verfolgen, die Fähigkeiten von Menschen zu erhalten oder wiederherzustellen, müssen beim Pflegegeld Berücksichtigung finden.

Das Gutachten zum Download (1 MB)

Österreich: Offener Brief zur Pflegereform

Ende Juli 2021 sandten die für die Pflege in Österreich maßgebenden Organisationen

einen offenen Brief an die zuständigen Mitglieder der Bundesregierung zur dringend notwendigen Pflegereform

Lesen Sie hier den gesamten Brief

Handbuch Interdisziplinäre Bildungsforschung

Dieser umfassende und sehr lesenswerte Überblick zur Bildungsforschung ist vor drei Tagen erschienen.

Mit dieser systematischen Darstellung interdisziplinärer Bildungsforschung wird ein Desiderat in der Bildungsforschung adressiert: Obgleich Bildung als zentraler Leitbegriff im deutschsprachigen Pädagogikdiskurs fungiert und in seiner bildungstheoretischen Tradition auch in internationalen Diskursen an Relevanz gewinnt, steht eine systematische Darstellung der verschiedenen Ausdeutungen des Bildungsbegriffs in Theorie und Praxis ebenso noch weitestgehend aus wie die kompakte Darstellung und Verortung der interdisziplinären Bildungsforschung.

Dies wird durch das Handbuch geleistet.

Eine Leseprobe finden Sie hier


Inhalt

Vorbemerkung

Sektion 1: Interdisziplinäre Bildungsforschung

Interdisziplinäre Forschung als Bildungsprozess – eine heuristische Skizze
David Kergel und Birte Heidkamp-Kergel

Sektion 2: Ethische und epistemologische Bildungsforschung

Normativität als Gegenstand von Bildungsforschung
Krassimir Stojanov

Professionalität und Bildungsgerechtigkeit. Oder: Ist pädagogisch professionelles Handeln bildungsgerechtes Handeln?
Stefan Klusemann, Lena Rosenkranz, Julia Schütz

Pädagogisch-anthropologische Bildungsforschung zwischen Empirie und Reflexion
Dominik Krinninger

Systematische Bildungsforschung
Thomas Mikhail und Jürgen Rekus

Bildung – Vom Konzept zum Phänomen
Merete Wiberg

Interkulturelles Denken, Bildung aus onto-dialogischer Perspektive
Jesper Garsdal

Sektion 3: Empirische Ansätze in der Bildungsforschung

Erkenntnismöglichkeiten empirischer Bildungsforschung
Oliver Böhm-Kasper und Vanessa Dizinger

Qualitative Bildungsforschung – Methodologische Fundierung und methodische Perspektiven
David Kergel

Phänomenologische Bildungsforschung
Malte Brinkmann

Historische Diskursanalyse und Bildungsforschung
Sophie Pia Stieger

Ethnografie und Bildung: Eine historisch-systematische Darstellung
Ruprecht Mattig und Axel Wegner

Integrative Bildungsforschung – ein interdisziplinärer Ansatz
David Kergel


Sektion 4: Kulturelle, ästhetische und frühkindliche Bildungsforschung

Ästhetische Bildung – in interdisziplinärer Perspektive
Georg Zenkert

Kulturelle Bildung
Lisa Unterberg

Konsumästhetische Bildung und Bildungsforschung
Phillip D. Th. Knobloch

Forschungsperspektiven auf Bildung(sprozesse) in und durch populäre Kultur
Olaf Sanders

Bildungstheoretische Reflexionen des Bildlichen
Ulrike Mietzner

Lernen und Entwicklung in Interaktion
Caroline Wronski und Frauke Hildebrandt

Sektion 5: Differenztheoretische Bildungsforschung

Bildung und Subjektivierung.
Fragestellungen – Fachbezüge – Forschungsthemen
Anke Redecker

Poststrukturalistische Bildungsforschung
Melanie Schmidt
Interkulturelle Erziehung und Bildung in interdisziplinärer Forschung
Wolfgang Nieke

Psychoanalyse als Bildungsprozess? Zur Legitimation und Notwendigkeit eines Bildungsbegriffs in Psychoanalyse und psychoanalytischer Pädagogik
Valentin Rumpf

Sektion 6: Bildung und medialer Wandel

Digitale Bildung – Annäherungen an einen paradoxen Begriff
Christian Leineweber

Bildung mittels Social Media
Michael Paulsen

Autor*innenverzeichnis

Prof. Stark zum Prämiensparen in Deutschland: Das Tauziehen geht weiter

Von Prof. Dr. Gunnar Stark, Professur für Finanzen an der Allensbach Hochschule

Im ganzen Land streiten Sparer für eine höhere Verzinsung ihrer Prämiensparverträge, seit der billig ermessene Zinssatz als unrechtens gilt. 

Unser Blog nimmt sich des Themas ein zweites Mal an: Zur zivil- und bankaufsichtsrechtlichen Perspektive sei an den Beitrag https://www.allensbach-hochschule.de/banking-tauziehen-um-praemiensparvertraege/ erinnert.

Inzwischen hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Sache hinsichtlich der Zinssatzbestimmung an das Oberlandesgericht Dresden zurückverwiesen.

In diesem Kontext sei folgend auf die finanzwirtschaftlichen Aspekte verwiesen.

  • Worum geht es?
  • Worüber wird gestritten?
  • Welches Problem ist zu lösen?
  • Wie wurde es – bisher – gelöst?
  • Ist die bisherige Lösung gut?

Zu allen diese Fragen können Sie hier Antworten finden.

Die Analyse – welche den Rahmen des oben angegebenen Blogs sprengen würde – lesen Sie in der jüngsten Ausgabe der „Zeitschrift für interdisziplinäre ökonomische Forschung“: Finanzwirtschaftliche Analyse der Rechtsprechung zu Prämiensparverträgen, 2021, S. 53 – 60.

Eine journalistische Kurzfassung hat die Börsen-Zeitung in ihrer Printausgabe vom 06.01.2022, Nr. 3, S. 2 als Gastbeitrag „Zinsirrtümer im Prämiensparstreit“ veröffentlicht, dessen leicht modifizierte Onlineversion frei zugänglich ist.

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hält eine Professur für Berufsbildung und Wirtschaftspädagogik, lehrt an der Allensbach Hochschule in Konstanz, ist dort auch Rektor, arbeitet für VIS – Vienna International Studies , die Österreichische Plattform für gesundheitsbezogene Berufe (OGB), das IHM Institut für Heath Management sowie als Unternehmensberater und Wirtschaftsmediator in Wels (OÖ) und ist als sachverständige Person der NKS-Koordinierungsstelle für den NQR in Österreich gelistet

Österreich: erfreulicher Anstieg bei den Meisterprüfungen

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck darf sich freuen: Im Jahr 2021 wurden insgesamt 5.596 Meister- und Befähigungsprüfungszeugnisse ausgestellt (3.565 Befähigungs- und 2.031 Meisterprüfungszeugnisse). Das ist ein Anstieg von 28,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2020 und mit 25,1 Prozent sogar mehr als gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019.

Der Meistertitel ist im Handwerk die höchste Qualifikationsform und damit der wichtigste Befähigungsnachweis für die selbständige gewerbliche Berufsausübung in Österreich.

Mit diesem Abschluss sind Handwerkerinnen und Handwerker befähigt, einen Betrieb zu führen und Lehrlinge auszubilden.

Für eine große Anzahl von weiteren reglementierten Gewerben ist für den Gewerbezugang ebenfalls eine Prüfung (Befähigungsprüfung) vorgesehen.

Die stärksten Zuwächse bei den Meister- und Befähigungsprüfungen zwischen 2020 und 2021 sind im Burgenland (+75,8 Prozent), in Oberösterreich (+39 Prozent) und in Niederösterreich (+37,3 Prozent) zu verzeichnen.

Insgesamt wurden 2021 in 37 reglementierten Gewerben Befähigungsprüfungs-zeugnisse und in 71 Handwerksgewerben Meisterprüfungszeugnisse ausgestellt.

Die Top-5-Branchen bei den Befähigungsprüfungen 2021 sind

Die Meisterprüfung wurde am häufigsten im

  • Bereich Fahrzeugtechnik, gefolgt von
  • Metalltechnik für Metall- und Maschinenbau,
  • Tischler,
  • Heizungstechnik und
  • Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung

absolviert.

Im September 2018 wurde die Meisterprüfung dem Qualifikationsniveau 6 (Bachelor-Niveau) des Nationalen (und damit auch Europäischen) Qualifikationsrahmens zugeordnet.

Seither wurden 40 Meister- und Befähigungsprüfungsordnungen (25 Meister- und 15 Befähigungsprüfungsordnungen) durch die Fachverbände der Wirtschaftskammer Österreich lernergebnisorientiert neu gestaltet, vom BMDW approbiert und kundgemacht, davon allein 2021 35 neue Prüfungsordnungen (22 Meister- und 13 Befähigungsprüfungen).

Ein weiterer wichtiger Schritt zur Aufwertung der Meisterprüfung war die mit der Novellierung der Gewerbeordnung im Jahr 2020 eingeführte Möglichkeit, den Meistertitel auch in öffentlichen Urkunden, vergleichbar einem akademischen Grad, eintragen zu lassen. 

Diese Aufwertung steht für die Befähigungsprüfungen allerdings noch aus.

Mit der Meisterprüfung studieren:

Mit dem NQR-Qualifikationsniveau VI kann man auch ohne Matura studieren:

In Deutschland erhalten Meister/innen (z. B. Handwerksmeister/innen, Geprüfte Meister/innen, Geprüfte Industriemeister/innen, Landwirtschaftsmeister/innen) auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung gemäß Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 06.03.2009 bzw. nach Maßgabe der landesgesetzlichen Regelungen eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.

Somit steht z.B. das Bachelorstudium BWL der Allensbach Hochschule, das als Online-Studium in Fernlehre neben Beruf und Familie und mit 11 Studienschwerpunkten  absolviert werden kann, allen geprüften Meisterinnen und Meister aus Österreich offen.

In Österreich können dem NQR-Qualifikationsniveau VI Zugeordnete derzeit auch ohne Matura einen Masterlehrgang in der Weiterbildung (z.B. MBA oder MSc) absolvieren.

Fragen zum NQR, zu damit verbundenen Studienberechtigungen und -möglichkeiten, interessanten Studienangeboten und Lehrgängen bitte an martin.stieger@viennastudies.com

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Prof. Rösler: Stichtag 1. Januar 2022 – Das BGB wird für digitale Produkte fit gemacht!

Eine der größten Reformen des Schuldrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch nach der grundlegenden Schuldrechtsmodernisierung vor rund 20 Jahren hat der Gesetzgeber mit speziellen Regeln für digitale Produkte zum 1.1.2022 eingeführt. Dabei hat er zwei Bereiche neu geregelt. Zum einem gibt es nun für Verbraucherverträge über digitale Produkte Sonderregelungen in §§ 327 ff. BGB, zum anderen hat der Gesetzgeber das Mängelgewährleistungsrecht im wirtschaftlich wichtigsten Vertragstyp, dem Kaufvertrag, neu geregelt und fit für digitale Produkte gemacht.

Von Prof. Dr. Patrick Rösler, Professor für Bankrecht an der Allensbach Hochschule

Verbraucherverträge über digitale Produkte

Die Richtlinie über digitale Inhalte und Dienstleistungen (kurz: DIDRL – (EU) 2019/770) hat zu den Regelungen über Verbraucherverträge über digitale Produkte in §§ 327 ff. BGB geführt. Diese gelten seit 1.1.2022 und ergänzen die existieren den Vertragstypen des BGB.

Die Normen befassen sich mit einer dahin völlig neuen Materie, der Normierung von Verbraucherverträgen über digitale Inhalte (Beispiele: Computerprogramme, Audiodateien, Videospiele) und digitale Dienstleistungen (Beispiele: Cloud-Computing, Streamingdienste). Diese gelten nur im Verhältnis zu Verbrauchern.

Das neue Recht definiert den Mangelbegriff für die Gewährleistung durch subjektive und objektive Anforderungen sowie Integrationsanforderungen. Bemerkenswert ist die Aktualisierungspflicht des Unternehmers: Demnach hat der Unternehmer funktionserhaltende Aktualisierungen und Sicherheitsupdates bereitzustellen. Und dies über einen „maßgeblichen Zeitraum“, der als unbestimmter Rechtsbegriff also vor allem von den Gerichten noch ausgefüllt werden muss. Für die Beurteilung, wie lange dieser Zeitraum dauert, wird auf Kriterien wie Kaufpreis, Werbeaussagen, Materialien etc. abgestellt. Bei Abo-Verpflichtungen läuft der Zeitraum auf jeden Fall so lange, wie das Abo läuft.

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Prof. Spettenhuber: Richtig investieren mit Investmentfonds

Von Prof. Dr. Peter Spettenhuber, Professur für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung an der Allensbach Hochschule

Bis zuletzt horteten die Haushalte das seit 2008 umfangreich produzierte Geld und bewahrten dabei sich und andere Wirtschaftsteilnehmer vor den negativen Folgen einer Inflation. Sie verzichteten auf Erträge aus Zinsen und Dividenden und nahmen sogar Lagerkosten in Form von Negativzinsen und Verwahrentgelten in Kauf.

Die Horte waren allerdings immer bedroht vom Platzen einer „Geldblase“.

Mit steigenden Inflationsraten hat die Wertaufbewahrung in unverzinsliche oder niedrig verzinste Nominalwerten ihren Sinn weitgehend verloren.

Einen immer häufiger gewählten Ausstieg aus der realen Entwertung bieten Investmentfonds. Je nach Konzept eröffnen diese akzeptable Kombinationen von Rendite und Risiko auch für kleinere Engagements.

Die Besteuerung der Fonds wurde durch das Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung (Investmentsteuerreformgesetz – InvStG) vom 19.07.2016 mit Wirkung zum 01.01.2018 grundlegend geändert.

Bis dahin erfolgte die Besteuerung nach einem semitransparenten System direkt beim Anleger. Jetzt findet die Besteuerung sowohl auf Ebene des Fonds, als auch auf Ebene der Anleger statt.

Aus diesem Grund kommt es auf Ebene der Anleger zu einer Teilfreistellung, da bereits auf Ebene des Fonds eine Besteuerung stattgefunden hat.

Von besonderem Interesse sind die Freistellungsquoten, deren Höhe nach Art des Fonds und nach Qualität des Anlegers unterschiedlich ausfallen, § 20 InvStG.

Die Wahl der richtigen Struktur

Die unterschiedlichen Freistellungsquoten fordern es geradezu heraus, das investierte Vermögen sinnvoll zu strukturieren.

Privatvermögen vs. Betriebsvermögen?

Ist der Anleger zugleich Unternehmer, steht er vor der Frage, ob er Fondsanteile mit verfüg-baren Mittel des Betriebes erwirbt und die Anteile im Betriebsvermögen belässt, oder ob er Mittel zunächst entnimmt und die Anteile im Privatvermögen erwirbt. Da die Entnahme liquider Mittel i.d.R. keine Besteuerungsfolgen auslöst, kann die Entscheidung allein anhand der Steuerbelastung der Erträge getroffen werden.

Um die höhere Freistellungsquote zu nutzen, könnte ein Unternehmer Mittel des Privatvermögens ins Betriebsvermögen einlegen und dort investieren. Weil die Einlage und die spätere Entnahme liquider Mittel ebenfalls keine Ertragsteuerfolgen nach sich ziehen ist für dieses Entscheidung ebenfalls allein die laufende Steuerbelastung ausschlaggebend. Anleger, die noch keine Unternehmer sind, bleiben diese Gestaltungen nicht verwehrt. Durch die Gründung einer gewerblich geprägten GmbH & Co. KG können sie steuerliches Betriebsvermögen schaffen und für die Anlage nutzen. Die Kosten der Gründung und lfd. Verwaltung einer solchen Gesellschaft sind bei Ermittlung der Nachsteuerrendite allerdings zu beachten.

Kapitalgesellschaft: innerhalb oder außerhalb?

Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft können entscheiden, ob die Fondsanteile von der Gesellschaft oder von ihnen selbst erworben werden. Auch hier gilt, dass sich auch Nichtgesellschafter eine solche Wahlmöglichkeit kurzfristig selbst schaffen können. Der Gründung einer Vermögensverwaltungs-GmbH stehen heute keine allzu hohen Hürden mehr entgegen. Die administrativen Kosten für Gründung und laufenden Unterhalt der Gesellschaft sind bei der Beurteilung der Vorteilhaftig wieder mit einzubeziehen.

Besteuerung der Erträge eines Investmentfonds

Was wird besteuert?

Das InvStG kennt drei Arten von Erträgen, die beim Beteiligten zur Besteuerung herangezogen werden. Dies sind nach § 16 InvStG:

• Ausschüttungen

• Vorabpauschalen

• Veräußerungsgewinne

Ausschüttungen liegen vor, wenn der Fonds Beträge an den Anleger ausbezahlt. Veräußerungsgewinne werden erzielt, wenn sich Anleger entgeltlich von seinen Anteilen trennt. Etwas komplexer erscheint die Vorabpauschale. Diese fällt an, wenn der Fonds eine Wertsteigerung erzielt, die nicht ausgeschüttet wird. Für die Berechnung der Vorabpauschale sind drei Faktoren von Bedeutung: der Basiszins, der Basisertrag und der Wertzuwachs des Fonds.

Derzeit kann die Vorabpauschale vernachlässigt werden. Weil die Deutsche Bundesbank für das Jahr 2021 einen negativen Basiszins – 0,45 % errechnet hat, entfällt die Vorabpauschale. Und wenn die EZB die Geldpolitik nicht entscheidend ändert, wird das auch so bleiben.

Wie wird besteuert?

Die genannten Erträge werden für die drei ausgewählten Gestaltungen unterschiedlich besteuert.  Erträge im Privatvermögen werden nach der Teilfreistellung grundsätzlich mit der linearen Abgeltungssteuer von 25 % belastet. Hinzu kommt immer auch der Solidaritätszuschlag (SolZ). Ist der individuelle Einkommensteuersatz des Anlegers geringer als 25 %, kann die Besteuerung mit dem geringeren Satz erfolgen. Dann kann auch der SolZ entfallen.

Erträge im Betriebsvermögen unterliegen der Einkommensteuer und dem SolZ und zusätzlich der Gewerbesteuer. Bei der Gewerbesteuer gelten die Freistellungssätze nur zu Hälfte. Zur (teilweisen) Entlastung kann die Gewerbesteuer nach § 35 EStG auf die Einkommensteuer angerechnet werden. Erfolgt die Anlage innerhalb einer Kapitalgesellschaft, unterliegen die Erträge zunächst auf Ebene der Gesellschaft einer Körperschaftsteuer von 15 % zzgl. SolZ und der Gewerbesteuer. Für Kapitalgesellschaften ist eine Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Körperschaftsteuer ausgeschlossen. Werden die aus der Anlage freiwerdenden Mittel an den Anleger aus-geschüttet, fällt auf Ebene des Gesellschafters eine Abgeltungsteuer von 25 % zzgl. SolZ an. Auch hier ist eine Besteuerung zum niedrigeren individuellen Steuersatz möglich. Dann kann auch der SolZ entfallen.

Berechnungen zur Vorteilhaftigkeit

Rahmendaten

Um es vorwegzunehmen: Eine allgemeingültige Aussage zur Vorteilhaftigkeit ist nicht möglich. Deswegen sollte vor einer Entscheidung immer gerechnet werden. Für die Berechnungen werden immer benötigt: Art des Fonds, individueller Steuersatz und Gewerbesteuer-Hebesatz. Ggf. benötigt werden: Anlagedauer und Anlagerendite. 

Die nachfolgenden Berechnungen gelten für einen Aktienfonds.

Der individuelle Steuersatz wurde mit 42 % und der Gewerbesteuer-Hebesatz mit 400 % angenommen.

Vergleich: Privatvermögen oder Betriebsvermögen

Dieser Vergleich kann unabhängig von Anlagedauer und Rendite allein nach der Höhe des individuellen Einkommensteuersatzes und des Gewerbesteuerhebesatzes getroffen werden. Bei einer Anlage im Privatvermögen werden die erzielten Erträge zu 30 % freigestellt. Sie unterliegen danach einer Kapitalertragsteuer von 25 % zzgl. SolZ.

Bei Bruttoerträgen von 100 verbleiben dem Anleger netto 81,54.

Wird im Betriebsvermögen investiert, kann eine Teilfreistellung von 60 % bei der Einkommensteuer bzw. von 30 % bei der Gewerbesteuer genutzt werden. Die Einkünfte unterliegen der Einkommensteuer zum dem individuellen Tarif (hier 42 %), dem SolZ und der Gewerbesteuer (hier: Hebesatz 400 %). Gem. § 35 EStG kann die Gewerbesteuer vollständig auf die Einkommensteuer angerechnet werden. Dem Anleger verbleiben im Beispielsfall netto 82,28.

Trotz des hohen individuellen Einkommensteuersatzes und trotz der formellen Gewerbesteuerlast ist die Anlage im Betriebsvermögen vorzuziehen.

Vergleich: innerhalb oder außerhalb der Kapitalgesellschaft

Hier steht zur Debatte, ob die Kapitalgesellschaft sofort ausschütten und der Anleger im Privatvermögen investieren oder ob die Kapitalgesellschaft investieren und danach ausschütten soll. Der Vergleich ist daher auch vom Anlagedauer und Rendite abhängig. Das Beispiel wurde mit einer Anlagedauer von einem Jahr und einer Rendite von 10 % gerechnet.

Erfolgt die Investition außerhalb der Kapitalgesellschaft, wird die Ausschüttung an den Anleger mit einer Kapitalertragsteuer von 25 % zzgl. SolZ belastet. Standen auf Ebene der Gesellschaft Mittel in Höhe von 1.000 zur Verfügung, verbleibt dem Gesellschafter ein Investitions-betrag von 736,25. Bei einer Rendite von 10 % erhält der Anleger im Folgejahr brutto 73,63 bzw. nach Abzug von Einkommensteuer (25%) und SolZ netto 62,12. Am Ende des zweiten Jahres verfügt der Anleger damit über ein Vermögen von 798,37.

Demgegenüber erweist sich die Anlage innerhalb der Kapitalgesellschaft als vorteilhaft. Diese kann zunächst einen Betrag von 1.000 investieren und erhält daraus einen Bruttoertrag von 100. Nach Abzug von Körperschaftsteuer, SolZ und Gewerbesteuer verbleibt ein Nettoertrag von 88,44. Die Gesellschaft kann 1.088,44 an den Gesellschafter ausschütten. Die Ausschüttung unterliegt beim Gesellschafter der Kapitalertragsteuer (25%) und dem SolZ. Insgesamt verfügt der Gesellschafter dann über Mittel von 801,36 und damit mehr als bei der Alternativgestaltung außerhalb der Gesellschaft.

Ergebnis

Die Zwischenschaltung von Betriebsvermögen bzw. einer Kapitalgesellschaft kann also vorteilhaft sein. Die unterschiedlichen Freistellungsquoten unterstützen damit eine Wirtschaftspolitik, die die Eigenkapitalquote von Unternehmen fördern möchte. Für den Anleger gilt allerdings wie so oft im Steuerrecht: Eine allgemeine Aussage ist nicht möglich. Es muss stattdessen für jeden Einzelfall genau gerechnet werden. Diese Rechenarbeit kann sich aber auszahlen, im wahrsten Sinne des Wortes.

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