Archiv der Kategorie: Lebensraum Wels

Was macht einen guten Bürgermeister aus? Ich weiß es nicht – aber Andreas Stockinger ist einer!

Als Politikwissenschaftler werde ich gelegentlich gefragt, was einen guten Bürgermeister ausmacht.

Ehrlich gesagt weiß ich es nicht wirklich – habe ich es doch in Wels selbst drei Mal mit einer Kandidatur erfolglos versucht (1991, 1997, 1999) .

Das Gesetz stellt an Bürgermeister jedenfalls keine Anforderungen in fachlicher Hinsicht, die Praxis aber zeigt zwei Dinge:

  • er/sie sollte fachlich qualifiziert sein, und
  • er/sie muss menschliche Qualitäten haben.

Ein/e guter Bürgermeister/-in muss ein offener Typ sein, auf Menschen zugehen und mit ihnen gut umgehen können. Er/sie muss authentisch und ehrlich sein – mit einem Wort er muss auch grüßen können und die Menschen mögen.

Ein solcher Bürgermeister ist Andreas Stockinger – zugegeben ich bin nicht ganz objektiv – ich kenne Andreas seit der Schulzeit an der Handelsakademie I in Wels – ich durfte dort ein Jahr hinter ihm mit seinem Bruder Joachim die Schulbank drücken, in der Milizoffiziersausbildung haben wir gemeinsam die Fähnrichs-Kaderübung absolviert und seither immer wieder unsre Wege gekreuzt, die gleichen Stammtische besucht, unsere Familien sind befreundet …

Es gibt kaum spezielle Ausbildungen, die Bürgermeister konkret zur Vorbereitung ihres Amtes besuchen könn(t)en.

Andreas jedenfalls ist ein Naturtalent, ein authentischer, offener Politiker, der Anliegen der Bürger zu seinen macht und dabei sehr viel Fachkompetenz einbringen kann.

Eine gewisse Unterstützung allerdings braucht man als Bürgermeister natürlich schon: einen guten Fotografen (Andreas sicher auch) ein geeignetes Team, einen guten Amtseiter, ….. schlussendlich jemanden, der die Prospekte layoutet oder die Homepage erstellt. Eine Tätigkeit als Gemeinderat wäre zudem eine gute Vorbereitung auf das Amt.

Der Bürgermeisterberuf ist der interessanteste, den die Politik zu bieten hat.

Ein Traumberuf mit zwei großen Nachteilen:

  • er ist zeitaufwendig und
  • man hat nicht mehr so viel Privatheit, ist unter ständiger Beobachtung – auch der Partner und die Familie.

Aber wenn man dazu bereit ist, dann ist das der Traumberuf und Andreas Stockinger lebt diesen Traum.

 

Martin Stieger ist als Hochschullehrer (Hochschule Allensbach – Allensbach University, Konstanz) – vor allem in Fernlehre von Wels aus tätig und Obmann des Vereins Lebensraum Wels 

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In Wels ist Nichts los?

Wir alle kennen das Lamento „in Wels ist nicht viel los“?

Doch die Stadt Wels verdient sich diesen Trauergesang wirklich nicht.

Wels ist nicht tot – besuchen Sie einfach mal den Veranstaltungskalender der Stadt im Netz oder eine der Galerien (ohne jede Wertung oder Reihung):

besuchen Sie eines der Konzerte

gehen Sie ins

in das Theater, in eines der Museen

lassen Sie sich von den Wochen- und Bauernmärkten, dem Flohmarkt (Kaiser-Josef-Platz, Zentralmarktgelände) und den Hobbymärkten verzaubern, steigern Sie Ihre Fitness in Welser Sporthallen und Sportstätten, dem Frei- und dem Hallenbad – Sie glauben gar nicht, wie viele und sehr unterhaltsame Veranstaltungen Sie hier erleben dürfen.

Nutzen Sie das Angebot der Welser Banken und Versicherungen an Vorträgen und Ausstellungen, auch das der Fachhochschule Wels, folgen Sie den Nachtwächtern auf hoch interessanten Rundgängen, begeistern Sie sich für das vielfältige Angebot der Pfarren und hunderter Welser Vereine … bis hin zu den Weiterbildungskursen und Lehrgängen von WIFI, BFI, Schloss Puchberg, der VHS und den privaten außeruniversitären Bildungseinrichtungen wie z.B. der ASAS Aus- und Weiterbildung GmbH ….

Versuchen Sie bei schönem Wetter auf den Spiel- und Freizeitplätzen in der Stadt oder an der Traun einen Sitzplatz zu ergattern und denken Sie in einem der traumhaften Gastgärten darüber nach, ob sich in Wels nicht doch viel mehr ereignet als man so auf den ersten Blick hin annimmt.

 

Martin Stieger ist als Hochschullehrer (Hochschule Allensbach – Allensbach University, Konstanz) – vor allem in Fernlehre von Wels aus tätig und Obmann des Vereins Lebensraum Wels 

Lebensraum Wels: Gleichzeitigkeit und Konvivialität

Wels ist eine Stadt – das wissen wir doch alle?

Eine Stadt bedeutet Lebensraum, bildet unsere Umwelt mit Vergangenheit und Zukunft.

Unter einem urbanem Raum verstehen wir städtische Atmosphäre, Ausstrahlung und Gepräge – die Stadt ist für uns Menschen subjektiv wahrnehmbar und verlangt nach Identität – viele Einzelfaktoren geben in der Summe einer Stadt ihren unverwechselbaren Charakter, verknüpfen Räumliches und Soziales und sorgen für die Abgrenzung vom ländlichen Raum.

Eine Stadt wie Wels bietet die Gleichzeitigkeit von Unterschiedlichem (man kann ins Stadttheater Greif (jetzt gerade nicht), in eine von mehreren Ausstellungen oder in ein Konzert im Schlachthof gehen, aber auch ein gemütliches Abendessen entweder mit guter österreichischer Küche oder auch indisch, chinesisch, pakistanisch, griechisch, italienisch ……. einnehmen, ins Hallenbad, die städtische Sauna oder einfach ins Kino fahren, an der Traun oder in der Freizeitanlage Wimpassing laufen, eine Kletterwand erklimmen oder eine Messe besuchen – Dynamik und Ereignisdichte neben den Bedürfnissen der Menschen nach Ruhe, Natur, Freiraum, Rückzug und Sicherheit – diese Gleichzeitigkeit macht eine Stadt zur Stadt.

Unsere Stadt beheimatet unterschiedliche soziale Lebensformen, kulminiert ökonomische, politische, rechtliche, wissenschaftliche, künstlerische und religiöse Institutionen was resiliente, stabile, moderne und soziale Räume erfordert – mit einem Wort Konvivialität.

Schon 1975 hat Ivan Illich darunter eine „lebensgerechte“ Planung und den Einsatz „wirksamer Werkzeuge und Methoden“ verstanden, nicht nur materielle, sondern auch soziale und kulturelle Subsistenz verlangt.

Natürlich gibt es in jeder Stadt, auch in Wels, Irritierendes.

Bürger fühlen sich unsicher, klagen neben steigender Kriminalität vor allem über zunehmenden Verkehr und Überfremdung, den Verlust der Identität einer vormaligen „Messe- und Einkaufsstadt“ …

Ich kann und will hier nicht mit-jammern.

Wels ist für mich eine Stadt in der ich gerne wohne, arbeite, forsche, Sport treibe (na ja – nicht wirklich oft), flaniere, einkaufe, in Ausstellungen gehe, Filme und Konzerte besuche, gut esse, Amtswege schnell erledigen kann aber auch gemeinsam Feste feiern möchte …….

 

Martin Stieger ist als Hochschullehrer (Hochschule Allensbach – Allensbach University, Konstanz) – vor allem in Fernlehre von Wels aus tätig und Obmann des Vereins Lebensraum Wels