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Dr. Sophie Pia Stieger awarded the Dissertation Prize by the Faculty of Philosophy and Educational Sciences at the University of Vienna

At this year’s Dies Facultatis on June 18, 2026, Dr. Sophie Pia Stieger was awarded the Dissertation Prize of the Faculty of Philosophy and Education at the University of Vienna.

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Her dissertation, titled „Denominations and Disciplines. On the Soul, Ideological Demarcation and the Absence of Psychology in France,„ examines how 18th-century debates about the soul were shaped by the religio-political circumstances of their time — and how these debates, in turn, came to shape the history of psychology as the science of the soul. At its center is the striking absence of a distinct psychology in Catholic France, in sharp contrast to developments in Protestant Germany. The thesis shows how, under these particular conditions, an alternative way of understanding human beings and education emerged — one that did without the concept of the soul altogether.

The dissertation was supervised by Daniel Tröhler, Professor of General Education at the University of Vienna. It was reviewed by two internationally renowned historians: intellectual historian Richard Whatmore (University of St Andrews) and Brad S. Gregory, Professor of European History at the University of Notre Dame (Indiana).

Congratulations on this wonderful achievement!

An official publication of the dissertation as a book is in the works; if you are interested, you can request a digital copy in advance at sophie.stieger@ife.uzh.ch.

Dissertationspreis der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien an Dr. Sophie Pia Stieger verliehen

Beim diesjährigen Dies Facultatis, der jährlichen Feier der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien, wurde am 18. Juni 2026 der Dissertationspreis der Fakultät an Dr. Sophie Pia Stieger verliehen.

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Ausgezeichnet wurde ihre Dissertation „Denominations and Disciplines. On the Soul, Ideological Demarcation and the Absence of Psychology in France“, betreut von Daniel Tröhler, Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Wien. Begutachtet wurde die Arbeit von zwei international renommierten Historikern: dem Ideenhistoriker Richard Whatmore (University of St Andrews) und Brad S. Gregory, Professor für Europäische Geschichte an der University of Notre Dame (Indiana) – eine Zusammensetzung, die die interdisziplinäre und internationale Bedeutung der Arbeit unterstreicht.

Worum geht es in der Dissertation?

Die Arbeit untersucht historisch, wie Debatten über die Seele durch die religiös-politischen Konfigurationen ihrer jeweiligen Entstehungszeit und -orte geprägt wurden – und wie diese Debatten wiederum die Geschichte der Psychologie als Wissenschaft von der Seele mitbestimmten.

In kritischer Auseinandersetzung mit der bestehenden Forschung zu den spezifisch protestantischen Ursprüngen der Psychologie beleuchtet die Dissertation ein Gegenstück dazu: das Schicksal der Idee der Seele im katholischen Frankreich des 18. Jahrhunderts. Anders als im protestantischen Deutschland fehlte dort nicht nur das Wort „Psychologie“, sondern auch das damit verbundene Vorhaben, überhaupt eine eigenständige Seelenwissenschaft zu entwickeln. Wie die Arbeit zeigt, hängt diese besondere – oder besser: ausbleibende – Entwicklung der französischen Psychologie eng mit der religionspolitischen Situation Frankreichs und dem davon geprägten Verlauf der französischen Aufklärung zusammen.

Die Seelendebatten, die unter diesen historischen Bedingungen geführt wurden, verhinderten sowohl die Verbreitung der deutschen Psychologie in Frankreich als auch die Entstehung einer vergleichbaren „katholischen“ Seelenwissenschaft. Stattdessen entstand ein alternativer Denkansatz, der es erlaubte, den Menschen ganz ohne Rückgriff auf den Begriff der Seele zu verstehen – und damit auch die Vorstellung einer wissenschaftlichen Landschaft ganz ohne Psychologie.

Auch wenn sich diese Alternative historisch letztlich nicht durchgesetzt hat, öffnet ihre Rekonstruktion einen wichtigen Denkraum: Sie lädt dazu ein, den scheinbar selbstverständlichen Status der Psychologie zu hinterfragen – einer Disziplin, die nicht nur bis heute fester Bestandteil der akademischen Welt ist, sondern grundlegend prägt, wie wir über Subjektivität, das Selbst und in der Folge über Bildung und Erziehung nachdenken.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser besonderen Auszeichnung – wir freuen uns sehr über diesen verdienten Erfolg!

Eine offizielle Publikation der Dissertation als Buch ist in Planung, bei Interesse kann unter sophie.stieger@ife.uzh.ch vorab eine digitale Fassung angefragt werden.

National Literacies in Education – Historical Reflections on the Nexus of Nations, National Identity, and Education

Dieser Sammelband

  • bietet den ersten theoretischen und empirischen Ansatz sowie einen internationalen Überblick über die Forschung zu Nationalismus in der Bildung
  • stützt sich auf die Arbeit von Daniel Tröhler
  • enthält originelle Fallstudien über Nationalismus im Kontext von Staatsbürgerschaft und Lehrplan.

Angesichts des aufkommenden Neo-Nationalismus und nationaler Antworten auf globale Herausforderungen trägt das Buch zu einer wachsenden und dringend notwendigen Diskussion darüber bei, wie wir die Verwicklung der Bildung in Phänomene von Nationen und Nationalismen in Schule, Lehrplan, Theorie und Forschung verstehen und behandeln können.

In diesem Buch zeigen international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Doktoranden und Postdocs aus Asien, Europa, Amerika und Australien:

Felicitas Acosta, Lukas Boser, Mette Buchardt, Robert Cowen, Stephanie Fox, Nicole Gotling, Michèle Hofmann, Ethan Hutt, Berit Karseth, David F. Labaree, Marva Shalev Marom, Kevser Muratović, William F. Pinar, Hans Schildermans, Sophie Pia Stieger, Johannes Westberg

wie sich die Bildungsgeschichte theoretisch und empirisch mit den Konzepten von Nation und Nationalismus auseinandersetzen kann.

Die Herausgeber:

Stephanie Fox

ist Koordinatorin der Doctoral School in Education an der Universität Wien, Österreich. Ihre Forschungsinteressen im Rahmen ihrer Promotion befassen sich mit der Linguistik auf der Ebene der Erstsprachen sowie auf ideologischer Ebene im Anschluss an den linguistic turn, mit Machtstrukturen und Kämpfen innerhalb und zwischen Institutionen und Nationen, mit dem Reisen von Ideen und, damit verbunden, mit Nationen und Nationalismen.

Lukas Boser

ist Dozent an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz und an der Universität Basel. Seine Forschungsinteressen umfassen die Standardisierung von Maßen und Gewichten und die darin eingebettete Epistemologie sowie die Bildung von Nationalbürgern in Europa während des langen neunzehnten Jahrhunderts.

Inhaltsverzeichnis

Mehr zum Buch hier

Handbuch Interdisziplinäre Bildungsforschung

Dieser umfassende und sehr lesenswerte Überblick zur Bildungsforschung ist vor drei Tagen erschienen.

Mit dieser systematischen Darstellung interdisziplinärer Bildungsforschung wird ein Desiderat in der Bildungsforschung adressiert: Obgleich Bildung als zentraler Leitbegriff im deutschsprachigen Pädagogikdiskurs fungiert und in seiner bildungstheoretischen Tradition auch in internationalen Diskursen an Relevanz gewinnt, steht eine systematische Darstellung der verschiedenen Ausdeutungen des Bildungsbegriffs in Theorie und Praxis ebenso noch weitestgehend aus wie die kompakte Darstellung und Verortung der interdisziplinären Bildungsforschung.

Dies wird durch das Handbuch geleistet.

Eine Leseprobe finden Sie hier


Inhalt

Vorbemerkung

Sektion 1: Interdisziplinäre Bildungsforschung

Interdisziplinäre Forschung als Bildungsprozess – eine heuristische Skizze
David Kergel und Birte Heidkamp-Kergel

Sektion 2: Ethische und epistemologische Bildungsforschung

Normativität als Gegenstand von Bildungsforschung
Krassimir Stojanov

Professionalität und Bildungsgerechtigkeit. Oder: Ist pädagogisch professionelles Handeln bildungsgerechtes Handeln?
Stefan Klusemann, Lena Rosenkranz, Julia Schütz

Pädagogisch-anthropologische Bildungsforschung zwischen Empirie und Reflexion
Dominik Krinninger

Systematische Bildungsforschung
Thomas Mikhail und Jürgen Rekus

Bildung – Vom Konzept zum Phänomen
Merete Wiberg

Interkulturelles Denken, Bildung aus onto-dialogischer Perspektive
Jesper Garsdal

Sektion 3: Empirische Ansätze in der Bildungsforschung

Erkenntnismöglichkeiten empirischer Bildungsforschung
Oliver Böhm-Kasper und Vanessa Dizinger

Qualitative Bildungsforschung – Methodologische Fundierung und methodische Perspektiven
David Kergel

Phänomenologische Bildungsforschung
Malte Brinkmann

Historische Diskursanalyse und Bildungsforschung
Sophie Pia Stieger

Ethnografie und Bildung: Eine historisch-systematische Darstellung
Ruprecht Mattig und Axel Wegner

Integrative Bildungsforschung – ein interdisziplinärer Ansatz
David Kergel


Sektion 4: Kulturelle, ästhetische und frühkindliche Bildungsforschung

Ästhetische Bildung – in interdisziplinärer Perspektive
Georg Zenkert

Kulturelle Bildung
Lisa Unterberg

Konsumästhetische Bildung und Bildungsforschung
Phillip D. Th. Knobloch

Forschungsperspektiven auf Bildung(sprozesse) in und durch populäre Kultur
Olaf Sanders

Bildungstheoretische Reflexionen des Bildlichen
Ulrike Mietzner

Lernen und Entwicklung in Interaktion
Caroline Wronski und Frauke Hildebrandt

Sektion 5: Differenztheoretische Bildungsforschung

Bildung und Subjektivierung.
Fragestellungen – Fachbezüge – Forschungsthemen
Anke Redecker

Poststrukturalistische Bildungsforschung
Melanie Schmidt
Interkulturelle Erziehung und Bildung in interdisziplinärer Forschung
Wolfgang Nieke

Psychoanalyse als Bildungsprozess? Zur Legitimation und Notwendigkeit eines Bildungsbegriffs in Psychoanalyse und psychoanalytischer Pädagogik
Valentin Rumpf

Sektion 6: Bildung und medialer Wandel

Digitale Bildung – Annäherungen an einen paradoxen Begriff
Christian Leineweber

Bildung mittels Social Media
Michael Paulsen

Autor*innenverzeichnis