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Lebensraum Wels: Gleichzeitigkeit und Konvivialität

Wels ist eine Stadt – das wissen wir doch alle?

Eine Stadt bedeutet Lebensraum, bildet unsere Umwelt mit Vergangenheit und Zukunft.

Unter einem urbanem Raum verstehen wir städtische Atmosphäre, Ausstrahlung und Gepräge – die Stadt ist für uns Menschen subjektiv wahrnehmbar und verlangt nach Identität – viele Einzelfaktoren geben in der Summe einer Stadt ihren unverwechselbaren Charakter, verknüpfen Räumliches und Soziales und sorgen für die Abgrenzung vom ländlichen Raum.

Eine Stadt wie Wels bietet die Gleichzeitigkeit von Unterschiedlichem (man kann ins Stadttheater Greif (jetzt gerade nicht), in eine von mehreren Ausstellungen oder in ein Konzert im Schlachthof gehen, aber auch ein gemütliches Abendessen entweder mit guter österreichischer Küche oder auch indisch, chinesisch, pakistanisch, griechisch, italienisch ……. einnehmen, ins Hallenbad, die städtische Sauna oder einfach ins Kino fahren, an der Traun oder in der Freizeitanlage Wimpassing laufen, eine Kletterwand erklimmen oder eine Messe besuchen – Dynamik und Ereignisdichte neben den Bedürfnissen der Menschen nach Ruhe, Natur, Freiraum, Rückzug und Sicherheit – diese Gleichzeitigkeit macht eine Stadt zur Stadt.

Unsere Stadt beheimatet unterschiedliche soziale Lebensformen, kulminiert ökonomische, politische, rechtliche, wissenschaftliche, künstlerische und religiöse Institutionen was resiliente, stabile, moderne und soziale Räume erfordert – mit einem Wort Konvivialität.

Schon 1975 hat Ivan Illich darunter eine „lebensgerechte“ Planung und den Einsatz „wirksamer Werkzeuge und Methoden“ verstanden, nicht nur materielle, sondern auch soziale und kulturelle Subsistenz verlangt.

Natürlich gibt es in jeder Stadt, auch in Wels, Irritierendes.

Bürger fühlen sich unsicher, klagen neben steigender Kriminalität vor allem über zunehmenden Verkehr und Überfremdung, den Verlust der Identität einer vormaligen „Messe- und Einkaufsstadt“ …

Ich kann und will hier nicht mit-jammern.

Wels ist für mich eine Stadt in der ich gerne wohne, arbeite, forsche, Sport treibe (na ja – nicht wirklich oft), flaniere, einkaufe, in Ausstellungen gehe, Filme und Konzerte besuche, gut esse, Amtswege schnell erledigen kann aber auch gemeinsam Feste feiern möchte …….

 

Martin Stieger ist als Hochschullehrer (Hochschule Allensbach – Allensbach University, Konstanz) – vor allem in Fernlehre von Wels aus tätig und Obmann des Vereins Lebensraum Wels 

 

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