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BMÖ: Top Karrieren in Einkauf & Supply Chain Management

70% und mehr der Unternehmensleistung sind Zukauf, der Einkauf 1.Stufe der betrieblichen Wertschöpfung, Initiator und Mitgestalter von Innovationen, Digitalisierung, Big-Data-Ökonomie und Industrie 4.0.

Gibt es im Unternehmen für gut ausgebildete High-potentials bessere Karrierechancen?

Leistungsträger im Einkauf (Purchasing Experts) spielen sowohl in großen als auch in mittleren Unternehmen eine zentrale Rolle in der Zusammenarbeit aller Unternehmensbereiche.

Der Einkauf hat eine extrem hohe Relevanz für die Festlegung der strategischen Ausrichtung.

Als Wertschöpfungspartner Nummer eins in Industrieunternehmen verantwortet er nicht selten bis zu 70 Prozent des Umsatzes als Zukaufanteil am Beschaffungsmarkt. Frühzeitig eingebunden in Forschung und Entwicklung gibt der Einkauf wertvolle Impulse zu Materialien, globalen Bezugsquellen und Märkten. Preisdruck und geringe werdende Margen machen insbesondere die Generierung von Innovationen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil aus. Hier gilt es die richtigen strategischen Partner zu finden und zu führen. Der Einkauf ist Schnittstellenmoderator; er agiert als Kommunikator zwischen Kundenwunsch und Beschaffungsmarkt.

Der Paradigmenwechsel im Einkauf innerhalb der beginnenden vierten industriellen Revolution bedeutet, eine Neudefinition hinsichtlich Ausrichtung von Prozessen und Zusammenarbeitsformen in der Wertschöpfungskette. Digitalisierte Fertigungsverfahren von der Serie bis zu individueller Losgröße eins erfordern nicht nur im eigenen Kontext die Notwendigkeit neuer Anforderungsprofile. Es gilt strategische Lieferanten hinsichtlich erweiterter technologischer und rechtlicher Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen für neue Kommunikationsformen entlang der Kette „Kunde-Produzent-Kunde“ intellektuell zu fordern und einzubinden.

IT-Lösungen, die den Einkauf, seine internen Kunden und die Finanzabteilung beim End-to-End-Prozess vom Bedarf bis Bezahlen (Source-to-Pay) komplett medienbruchfrei unterstützen, sind zwar am Markt vorhanden, proaktive Gesamtlösungen, die eine Konvergenz der Systeme im Unternehmen herbeiführen, hingegen noch Zukunftsmusik. Aufgeschlossene Einkaufsführungskräfte sehen ihre Aufgabe auch darin, Entwicklern bzw. Anbietern Input über Strategien und daraus abzuleitende Parameter zu geben. Belastbare Informationen und Auswertungen in Echtzeit sind in Zukunft unerlässlich. Die neuen Korrelationen werden aus einer Vielzahl an Quellen enorme Datenströme generieren, die es sinnvoll bedarfs- und projektbezogen zu kanalisieren gilt. Hoher Datenaustausch bedeutet zugleich genauere NDAs (Non-Disclosure Agreements). Rechtliche Rahmenbedingungen sind weiterzuentwickeln. Unternehmen analysieren neue Entwicklungen, etwa die „Cloud“. Die junge Generation ist bereit, offen mit Daten umzugehen, weil sie mögliche Synergieeffekte sieht. Die Diskussion darüber ist eröffnet, aber längst noch nicht am Ende.

Die zunehmende Automatisierung mit Smart Factories und stark individualisierten Produkten verändert das Rollenbild und Qualifikationsprofil des Einkäufers. Die Zahl gering- oder niedrigqualifizierter Arbeitsplätze im administrativen Bereich wird abnehmen, die Nachfrage nach höher qualifizierten Kräften steigen. Diskussionen der Mitglieder der „Task Force 4.0“ des BMÖ haben ergeben: Bevorzugt wird eine technische Ausbildung für Einkäufer und Einkäuferinnen, weil nur so ein besserer Gesamtüberblick über verbundene Abläufe und Produktionsprozesse erreicht wird. Parallel gilt es, die Kompetenzen der Mitarbeiter in Bezug auf betriebswirtschaftliche und rechtliche Themen zu erweitern. Komplexe Anforderungen an Daten, Datenkommunikation und IT erfordern spezielle Verträge und damit Gewährleistungs- und Schadenersatzregelugen, die an die Erfordernisse der Kommunikation Maschine-Maschine angepasst werden müssen. So wird sich beispielsweise ein „Big-Data-Purchasing-Expert“ in Zukunft mit Risikomanagement aus vertraglicher und technologischer Sicht beschäftigen. Um den Heraus- und Anforderungen gerecht zu werden, müssen Lesitungsträger im Einkauf das bereits heute geforderte ausgeprägte technologische Expertenwissen um Informatikverständnis erweitern.

Viele Unternehmen arbeiten eng mit Hochschulen/Universitäten und privaten Bildungsanbietern zusammen. Es gilt, potenzielle Führungskräfte schon während ihrer Ausbildungszeit zu adressieren und attraktive Karrierewege im Einkauf aufzuzeigen. Innovative Unternehmen forcieren Rotation auf Führungskräfte-Level. Die Erfahrung hat gezeigt, dass auch agile Quereinsteiger – nicht selten aus dem Marketing – wichtige Impulse in das Management der Lieferketten einzubringen verstehen. Umgekehrt ist auch der Einkauf immer wieder Sprungbrett in andere Unternehmensfunktionen. Einfacher Grund: Der Einkauf kennt Bedarfe und Bedarfsträger, Märkte und Lieferanten. Er sichert Qualität und Ergebnisse – eine Melange, die ihn im Idealfall auch außerhalb des Einkaufs „begehrenswert“ macht.

Unternehmen sollten durch breite Information und Einbindung relevanter Abteilungen Anforderungen an Mensch und Technik sowie künftige Geschäftsmodelle in speziellen Zirkeln offen diskutieren, Ziele und Schulungsmaßnahmen definieren. Sicher ist: Am Einkauf führt auch in Zukunft kein Weg vorbei.

Empfehlung für alle an Karriere und sicherem beruflichem Fortkommen Interessierten:

Fassen Sie den Beruf des „Certified Purchasing & Supply Chain Expert“ ins Auge und schaffen Sie sich den dazugehörige Qualifikationsvorsprung!

Nutzen Sie dies alles in Ihrem Netzwerk, wir, ASAS[1] & BMÖ[2] helfen Ihnen gerne!

 

Heinz Pechek ist geschäftsführender Vorstand des BMÖ

 

Was bedeutet Einkauf 4.0 für Führungskräfte?

 

  • global vernetztes Informationsmanagement
  • Vernetzung/Digitalisierung der Lieferketten
  • Direkt- und Echzeitkommunikation mit Entwicklung/Konstruktion, Produktionsplanung, Produktion, Marketing/Vertrieb, Lieferant und Kunde
  • Verkürzung der Durchlaufzeiten
  • automatisiertes Vendor Managed Inventory Management
  • geringe Losgroßen in Produktion = veränderte Rahmenverträge
  • Senkung der Bestände und Lieferzeiten
  • veränderte Ersatzteil- und Reparaturlagerhaltung
  • digitalisierte Termin- und Mengenplanung beim Lieferanten
  • rollierende Absatzplanung und Produktionsplanung
  • frühzeitiges Erkennen von Engpässen in der Versorgung, Preisschwankungen etc.
  • verstärkte und stabile Durchgriffsmöglichkeiten innerhalb der Supply Chain auf vorgelagerte Zulieferer
  • New Simultaneous Engineering: Maschine-Mensch-Maschine
  • Bereitstellung/Anpassung der Verträge (Kommunikation Maschine-Maschine)
  • neue Vertragspolitk
  • verbesserte Frühwarnerkennung
  • verbessertes (globales) Risikomanagement
  • Senkung der Kapitalkosten

 

[1] ASAS Aus- und Weiterbildung GmbH http://asasonline.com

[2] BMÖ-Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik http://www.bmoe.at

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